Demonstration für die Sicherung der häuslichen Pflege und den Erhalt der professionellen ambulanten Pflege. 21.2.2024

Der 21.02.2024 wird für die ambulante Krankenpflege in der Städteregion Aachen und vielleicht auch in NRW, ein ganz ganz wichtiges Datum. Wir wollen und müssen zeigen das wir nicht irgendwer sind.

Wir sind wer, wir sind alle hoch Hochqualifizierte, wir leisten für unsere Patienten häufig unmenschliches, aber mit Herz und stehen 365 Tage und 24 Stunden täglich im Dienst.

Die Pflegesituation in Deutschland verändert sich, wie Sie und Ihr alle aus eigener Erfahrung wissen, zusehends zum Negativen – nicht erst in den letzten Jahren, aber nun immer spürbarer und schneller. Selbstverständlich freut es uns für unsere beruflich pflegenden Kollegen, dass die Politik sich ihrer medien- und gesellschaftswirksam angenommen und ihre Einkommens- und Urlaubssituation verbessert hat. Leider wurde hierbei völlig außer Acht gelassen, wer hierfür schlussendlich geradestehen muss: – die Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfänger, deren Pflegegrade und Sachleistungsvolumen, trotz der ohnehin steigenden Lebenshaltungskosten, nicht in einem Maße mit angepasst wurden, dass sie sich weiterhin die Pflege leisten können, die Sie benötigen. – die Angehörige, die diese Lücken unter Zurückstellung ihrer eigenen beruflichen und privaten Interessen füllen müssen. – unsere Wirtschaft, die, sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, zukünftig, zusätzlich zu den ohnehin fehlenden, auf Fachkräfte verzichten muss, da diese ihre Angehörigen selbst pflegen müssen, da professionelle Pflege in der heutigen Form weder ambulant noch stationär zu finanzieren ist. – unser Staat, weil ihm dadurch und durch den zu erwartenden Anstieg der Schwarzarbeit in der häuslichen Laienpflege Millionen an Steuergeldern entgehen. – unsere Gesellschaft, da der Generationenvertrag damit endgültig nichtig wird. Bedauerlicherweise scheut unsere Politik nicht erst jetzt, sondern bereits seit Jahrzehnten ein klares Handeln zu Gunsten der Millionen von Pflegeempfängern und lässt die Pflege- und Krankenkassen quasi unreguliert gewähren.

Schon jetzt ist es so, dass die Pflegekassen die erbrachten Leistungen nur unzureichend und verzögert bezahlen, und die Krankenkassen scheinbar willkürlich ärztlich verordnete Leistungen (zum Teil deutlich nach Beginn der Erbringung) ablehnen, so dass sich Außenstände bei den ambulanten Pflegediensten auftürmen, die ihre Existenz bedrohen. Gleichzeitig werden das Maß an Bürokratie und die verwaltungsbezogenen Anforderungen konstant und weitestgehend sinnfrei erhöht. Wenn sich dies so fortsetzt, wird es in naher Zukunft keine professionelle ambulante Pflege mehr geben. An eine Kompensation über die stationären Strukturen ist schon heute nicht zu denken. Was dies für die wachsende Zahl der Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfänger, ihre Angehörigen und unsere Gesellschaft bedeutet, scheint den Kassen und der Politik gleichgültig zu sein – ebenso welche volkswirtschaftliche Katastrophe uns dann bevorstünde.

Aus diesem Grund hat sich das Aktionsbündnis Häusliche Pflege tut Not zusammengefunden: Wir möchten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der ambulanten Pflege UND Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen auf die Missstände in unserem täglichen Umfeld aufmerksam machen und uns dafür einsetzen, dass die Situation der Patientinnen und Patienten in der ambulanten Pflege, die ihrer Angehörigen und der Dienste selbst politisch und öffentlich gesehen wird. Wir denken, dass wir nur dann eine Veränderung für die Pflegeempfängerinnen und -empfänger in Deutschland und ihre Angehörigen erreichen können, wenn wir so viele Menschen wie möglich und nicht zuletzt auch Bürgerinnen und Bürger erreichen, die selbst noch gar nicht betroffen sind, damit sich diese Missstände trotz des Eigenlobs der Politik verbreiten und ein gesellschaftliches Bewusstsein geschaffen wird. Leider fehlt es an einer Lobby, wie sie die Landwirte und Spediteure gerade nutzen, aber das bremst uns in keiner Weise! Wir werden unseren Protest daher am 21. Februar 2024 um 14 Uhr vor das Aachener Rathaus tragen: Das Aktionsbündnis fordert, die Rahmenbedingungen für die häusliche pflegerische Versorgung zu verbessern: Derzeit steht die Sicherstellung dieser Versorgung in Deutschland auf dem Spiel, da sich immer mehr Pflegeempfängerinnen und -empfänger durch die fehlende, deutliche Anhebung der Pflegesachleistungen keine adäquate pflegerische Versorgung leisten können und daher auf ihre Angehörigen angewiesen sind. Die wohnortnahe, flächendeckende und qualitativ hochwertige professionelle ambulante Versorgung war ein Wert, der unser Land ausgezeichnet hat und den die Bürgerinnen und Bürger schätzten.

Durch die fehlende Refinanzierung der stetig steigenden Personal- und Sachkosten durch adäquate Punktwerte und die laxe Zahlungsmoral der Kassen stehen nun aber etliche ambulante Pflegedienste vor der Insolvenz. Dies führt, sofern der Trend nicht aufgehalten wird, zu einer noch stärkeren Belastung der pflegenden Angehörigen und schlussendlich zum Verlust ihrer Arbeits- und Fachkraft für die Wirtschaft und damit zu einem Schaden für unsere Gesellschaft. Neben Dienstleistern aus der gesamten Pflegebranche, Pflegeempfängerinnen und -empfängern und (pflegenden) Angehörigen werden auch Pflegeschulen und Kooperationspartner mit uns auf dem Aachener Markt für eine Verbesserung in der häuslichen Pflege eintreten. Zudem haben Dr. Michael Ziemons, Dezernent für Soziales und Gesundheit der Städteregion Aachen, Vertreter des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) sowie anderer Verbände und Vereine ihr Kommen angekündigt. Der WDR wird über unseren Protest berichten, ebenso der Aachener Zeitungsverlag.

ABER: Was wir wirklich brauchen, seid IHR / sind SIE! Schließt Euch dem Protest an: FOLGT dem Aktionsbündnis Häusliche Pflege tut Not auf Facebook, Instagram und Co.! TEILT die Beiträge, sei es auf Euren Profilen, Euren Seiten, in Euren Gruppen oder auf den Seiten von Verbänden, Politkern und Influencern. Je öfter man uns und die Probleme, auf die wir aufmerksam machen und die wir abstellen möchten, wahrnimmt, desto besser! VERTEILT Unterschriftenliste und Plakate! SPRECHT mit anderen und führt Gespräche über die aktuelle Problematik und das Horrorszenario, auf das wir sehenden Auges zusteuern – auch wenn sie unbequem sind (siehe oben)! Und das Allerwichtigste: KOMMT zur Demonstration am 21. Februar vor dem Aachener Rathaus!

WIR BRAUCHEN JEDEN VON EUCH! Gemeinsam sind wir der Wandel und die Zukunft – nicht nur für die Pflege, sondern für unsere gesamte Gesellschaft! Vielen Dank für Eure Zeit und Euer Engagement!

Beste Grüße Georg Pähler
CURA Ambulante Krankenpflegedienste GmbH

29. Januar 2024

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